Endlich Freiheit und Hoffnung für Shirin

Endlich Freiheit und Hoffnung für Shirin - alr

Bang und ängstlich wartet Shirin* auf unsere Beraterinnen. Sie ist mit ihnen zu einem Treffen verabredet. Und hat so viele Hoffnungen: würde ihre Odyssee ein Ende haben?

Shirin (25 Jahre) stammt aus einer iranischen Familie und ist in Deutschland geboren und aufgewachsen. Bereits mit 17 Jahren wurde sie von ihrer Familie gezwungen, ihren Cousin zu heiraten. Widerwillig gestattete er ihr, das Abitur zu machen und ein Studium der Biologie aufzunehmen. Shirin hatte immer die Hoffnung, dass sie eines Tages als Biologin würde arbeiten können.

Doch es wurde alles anders. Als sich das Ende ihres Studiums abzeichnete, fingen ihr Mann und ihre Familie an, Druck auf sie auszuüben. Irgendwie ahnten sie, dass Shirin sich nicht einfügen würde und befürchteten, dass sie fliehen würde. Sie wurde gezwungen, das Kopftuch anzulegen, die Kontrolle zu Hause über sie wurde immer stärker.

Bereits über Jahre hinweg war sie Opfer von häuslicher Gewalt gewesen. Ihr Mann verprügelte sie regelmäßig. Nun aber nahm die Gewalt zu. Nach einer erbitterten Auseinandersetzung schickte ihre Familie drei Männer, die sie zusammenschlugen, um sie „zur Raison“ zu bringen.

Shirin hielt es nicht mehr aus. Sie floh. Zunächst von einem Frauenhaus zum nächsten. Aber ihre Familie fand sie immer wieder. Sie versuchte sogar, ins Ausland zu fliehen, fand dort aber niemanden, der sie aufnahm. Schließlich fand sie den Kontakt zu Sabatina e.V.

Sabatina e.V. hilft

Unsere Mitarbeiterinnen berieten Shirin über all ihre Möglichkeiten. Vor kurzem ist sie in unsere Zuflucht „Amal“ eingezogen. Dort kann sie in einem geschützten und familiären Rahmen erst einmal zur Ruhe kommen und ihre Traumatisierung durch die ständige Gewalt aufarbeiten. Ihre Odyssee hat ein Ende. Und Shirins Traum, Biologin zu werden, kann Wirklichkeit werden.

*Name aus Sicherheitsgründen geändert.