Nur eine Ausbildung ist ein Weg aus der Armut

Bildung spielt eine wichtige Rolle für Christen, um die Armut zu überwinden. Wir konnten mit der christlichen Lehrerin Saira* sprechen, die an einer katholischen Schule unterrichtete.

Welche Rolle spielt die Verfolgung im täglichen Leben eines christlichen Schülers?

Christliche Kinder und Jugendliche erleiden täglich Diskriminierung und Hass, entweder durch ihre Mitschüler oder noch schlimmer, sogar durch ihre Lehrer. Manchmal kommt es auch zu physischer Gewalt. Zum Beispiel wurde im September 2017 Sharoon Masih, ein 17-jähriger Christ, von seinen Klassenkameraden zu Tode geprügelt. Er wurde angegriffen, nachdem er angeblich Wasser aus dem gleichen Glas getrunken hatte wie sein muslimischer Mitschüler.

Sie unterrichteten in einer katholischen Schule. Sind alle Ihre Schüler katholisch?

Nein, in der Regel sind in allen christlichen Schulen die muslimischen Schüler in der Mehrheit.

Tatsächlich? Mussten Sie auch den Islam in der Schule unterrichten?

Im Lehrplan ist der Islam ein Pflichtfach. Jeder Muslim wird darin unterrichtet. Christliche Schüler haben mittlerweile die Möglichkeit, das Fach Ethik ab der 9. Klasse als Alternative zu nehmen. Ich selbst musste wie alle in meiner Altersklasse den Islam sowohl in der Schule als auch an der Universität studieren, da es sich damals überall um ein Pflichtfach gehandelt hatte.

Schicken die Eltern ihre Kinder freiwillig zur Schule?

Ja, alle Eltern tun ihr Bestes, um die Kinder zur Schule zu schicken.

Was motiviert sie und was behindert sie?

Die Eltern sind sehr bemüht, ihren Kindern Bildung zu ermöglichen, damit sie im Leben vorankommen. Viele von ihnen sind arm und haben nicht viel Geld, aber sie wissen, dass eine Ausbildung die einzige Lösung ist, um der Armut zu entkommen.

Wir danken Ihnen für das Gespräch.

*Name wurde aus Sicherheitsgründen anonymisiert