Pourangs Kinder können endlich zur Schule gehen

Gerät eine Familie in den Teufelskreis der Sklaverei, sind nicht nur die Eltern, die unendliches Leid ertragen müssen, sondern auch die Kinder. So erging es auch der christlichen Familie von Pourang* und Sahin*. Ihre drei Kinder kannten nichts anderes als die Sklaverei, bereits fünf Jahre wurde ihr Vater Pourang vom Ziegeleibesitzer immer tiefer in die Schulden hineingedrückt – ohne Hoffnung, sich jemals daraus befreien zu können. Die Kinder schufteten mehr als neun Stunden am Tag in der sengenden Hitze, pressten Lehmballen zu Ziegeln – in der vergifteten Luft aus den Ziegelbrennöfen. Ständig waren sie der Willkür des Dienstherren schutzlos ausgesetzt und erlebten emotionale und körperliche Misshandlung. Dazu kam die ständige Angst, geschlagen und ausgepeitscht zu werden, wenn sie die Zwangsarbeit nicht verrichteten. Auch der Schulbesuch wurde ihnen verwehrt, so dass sie als Analphabeten aufwuchsen und kaum eine Chance auf eine andere Zukunft hatten.

Unser Team entschloss sich, Pourang und Sahin zu helfen und ihr damit den Weg in eine hoffnungsvolle Zukunft zu ebnen. Die Familie wurde freigekauft. Wir halfen bei der Wohnungssuche und dabei, eine menschenwürdige Arbeit für Pourang zu finden, mit der er seine Frau und seine drei Kinder ernähren kann. Das Schönste aber für die Eltern ist, dass ihre Kinder nun zur Schule gehen werden. Sie werden lesen, schreiben und rechnen lernen, das Schicksal der Analphabeten bleibt ihnen erspart. Schulbesuch und Ausbildung garantieren ihnen ein eigenständiges Leben in Freiheit und Würde. Sie werden nie mehr darauf angewiesen sein, niedrigste Arbeiten tun zu müssen. Der Teufelskreis der Sklaverei ist durch die Freiheit von Pourang und Sahin erneut durchbrochen.

*Namen aus Sicherheitsgründen anonymisiert.