Bangkok Projekt

Tausende pakistanische Christen fliehen vor Gewalt und Verfolgung nach Thailand. Doch erweist sich die Zuflucht als Sackgasse.

Keine Genfer Flüchtlingskonvention

Da Thailand nicht die Genfer Flüchtlingskonvention unterzeichnet hat, gelten pakistanische Christen nicht als Asylbewerber, sondern als illegale Migranten. Sie leben in ständiger Angst, in Abschiebegefängnisse gesteckt zu werden.

Ohne Chance auf eine legale Arbeitsmöglichkeit und von Abschiebehaft bedroht, fristen viele dort jahrelang ein erbärmliches Leben.

2.500 pakistanische Christen sind vor Verfolgung und Todesbedrohung nach Bangkok geflüchtet. Der Weg über ein Touristenvisum nach Thailand ist für in der Regel die einzige Möglichkeit, sich vor ihren Peinigern in Sicherheit zu bringen. Deshalb flüchten sie nach Thailand und reichen dort ihre Schutzanträge beim Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen ein, in der Hoffnung, Gehör zu finden und einen sicheren Zufluchtsort zu erhalten.

Die Situation in Bankgok

Nach langer Wartezeit in Bangkok wird jedoch auch die Mehrheit ihrer Schutzanträge von der UNHCR abgelehnt. Und selbst wenn einige wenige Christen vom UNHCR den Flüchtlings-status erhalten, werden sie meist nicht in sichere Drittstaaten umgesiedelt. Viele Familien warten schon bis zu vier Jahren auf eine Antwort. In Thailand gelten sie als illegale Einwanderer. Sie leben in ständiger Angst, von der thailändischen Polizei entdeckt und in die berüchtigte Abschiebegefängnisse gesteckt zu werden, die überfüllt sind und in denen unmenschliche und katastrophale hygienische Zustände herrschen. Etliche Christen haben dort bereits ihr Leben verloren.

Diejenigen, die das Glück hatten, nicht entdeckt zu werden, sind gezwungen, ständig ihren Wohnsitz zu wechseln und sich in Kirchen zu verstecken. Sie sind in einem regelrechten Teufelskreis gefangen. Sie haben keine Arbeitserlaubnis und können nicht für ihren Lebensbedarf sorgen, erhalten aber auch keinerlei finanzielle Unterstützung von der UNHCR. Ihre Kinder können keine Schule besuchen. Es gibt keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. Die einzige Möglichkeit, irgendwie zu überleben, ist der Weg, mit illegaler Arbeit ein karges Einkommen zu erzielen.

Vor kurzem hat die thailändische Regierung den Umgang mit illegalen Einwanderern weiter verschärft.  Im Oktober 2018 wurden 150 Christen festgenommen und in ein Internierungslager geworfen. Sie müssen jetzt mit dem Schlimmsten rechnen – der Abschiebung nach Pakistan.

Fallbeispiele

So hilft Sabatina e.V.:

Lebensmittelhilfe für pakistanische Flüchtlinge in Thailand

Im Mai 2016 startete Sabatina mit der Verteilung von Lebensmitteln an in besonders Not leidende Asylsucher und Flüchtlingsfamilien in Bangkok. Seitdem hat Sabatina e. V. 171 Familien in dieses Hilfsprogramm aufgenommen. Die Familien erhalten die Nahrungsmittelversorgung je nach Bedarf und individueller Umstände über einen Zeitraum von mehreren Monaten.

Finanzielle Unterstützung von in Not geratenen Familien

Seit Mai 2016 erhalten weiterhin Flüchtlingsfamilien, die in Bangkok Asylanträge gestellt haben, regelmäßige finanzielle Unterstützung. Dadurch sind sie in Lage, ihre Miete zu zahlen und die Kosten für notwendige Dinge des täglichen Lebens zu decken.

Ärztliche Hilfe

Sabatina e.V. unterstützte 16 Flüchtlinge bei dringenden medizinischen Behandlungen, ohne die ihnen der sichere Tod oder schwerwiegende Behinderung gedroht hätte.

Übersiedlung in ein sicheres Land

Erstmals ist es in 2018 gelungen, eine pakistanische Flüchtlingsfamilie aus Thailand in ein sicheres Land zu bringen. Die Familie wurde ausgeflogen und erhielt eine Starthilfe für ihr neues Leben in Aserbaidschan.

Kaution

Das Bangkoker Abschiebegefängnis ist berüchtigt für seine katastrophalen humanitären Zustände. Werden Familien auseinandergerissen und Familienväter, -mütter oder auch minderjährige Kinder in Abschiebehaft gesteckt, gelingt es Sabatina e.V. durch Kautionszahlung den Christen wieder zur Freiheit zu verhelfen. In diesem Jahr konnten wir in drei Fällen helfen.